Genosse Otto Müller

Der Granseer SPD-Funktionär Otto Müller

Quelle: Gerhard Thiede: Dokumentation. Anlage 3/Nr.6

Am 14. Januar 1971 verstarb im Alter von 84 Jahren in Wurzen bei Leipzig Otto Müller, ein Mann dessen Name eng mit Gransee und der hiesigen Sozialdemokratie während der 1920er Jahre verbunden war.
In Berlin, während seiner Friseurlehre im Arbeiterviertel Wedding, begann frühzeitig seine politische Orientierung. Als er nach Gransee zurückkehrte sympathisierte er anfangs mit der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands).
Er war dann Mitbegründer des Granseer SPD-Ortsvereins und dessen Vorstandsmitglied.
Otto Müller fungierte als Stadtverordneter und Vorsitzender der SPD-Fraktion.
Er schaffte sogar den Einzug in den städtischen Magistrat und war später als Vorsitzender der starken Granseer „Reichsbanner“-Ortsgruppe aktiv.
Ohne den geringsten Respekt vor den Honoratioren der Stadt, der umliegenden Güter und Dörfer oder der Ruppiner Kreisverwaltung wandte er sich offen gegen den deutsch-nationalen Klüngel, der sich nach der Novemberrevolution erneut etablierte.
Sein Geschäft, das sich nach dem Erwerb des Meisterbriefes erst in der Vogelsangstraße, später in der Friedrich-Wilhelm-Straße (heute Rudolf-Breitscheid-Straße) Nr. 78 befand, wurde zum Treffpunkt seiner Mitstreiter und Anhänger.
In der Auseinandersetzung mit dem „Landbund“, dem „Stahlhelm“ und gar der „SA“ konnte die „Reichsbanner“-Gruppe unter seiner Führung einige Erfolge verbuchen.
Dafür wurde er von seinen politischen Gegner gehasst.
Die „Aktionseinheit“ mit den Kommunisten lehnte er jedoch strikt ab.
Häufig kam es deshalb innerhalb der Familie zum Streit mit seinem jüngeren Bruder Karl, der Mitglied der KPD war.
Anfang der dreißiger Jahre trennte sich Otto Müller von seiner Frau und ließ sie und die beiden Söhne in Gransee zurück, weil er einer zweiten Ehe wegen nach Sagard auf der Insel Rügen verzog. Es ist nicht bekannt, ob er dort weiterhin politisch tätig war.
Während der Wahlkämpfe des Jahres 1932 erschienen unter der Rubrik „Eingesandt“ in der „Granseer Zeitung“ noch einige Artikel von ihm. Aber außer dieses Schriftverkehrs bestanden keine Kontakte mehr nach Gransee. Nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau schloss er eine dritte Ehe und wurde im sächsischen Wurzen ansässig, wo sich schließlich sein Leben vollendete.

Diplom-Historiker
Carsten Dräger
OV Gransee-Fürstenberg

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